Programm für die Landratswahl 2026

Unter stark zugespitzten politischen Bedingungen finden im Juni 2026 die Landratswahl im Saalekreis und im September 2026 die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt statt. Die seit Jahren andauernden Krisen und Kriege sowie Spekulationsgeschäfte haben massive Auswirkungen auf Mensch und Natur. Menschen müssen durch Krieg, Umweltzerstörung und Klimakrise ihre Heimat verlassen und suchen Schutz auch in Europa und Deutschland. Gleichzeitig wird das Leben durch enorme Preiserhöhungen für viele Menschen auch hierzulande tagtäglich zur Herausforderung, während Krisengewinner immer weiter enormen Reichtum anhäufen. Statt Mieten, Lebensmittelpreise, Strom und Heizung bezahlbar zu machen und die Kommunen bei den Herausforderungen von Unterbringung, Integration, steigenden Ausgaben für Gesundheit, Sozialleistungen, Jugendhilfe usw. gerade auch im ländlichen Raum zu unterstützen, werden Flüchtlinge und Bürgergeldempfänger:innen zu Sündenböcken gemacht. Dazu sollen wir jetzt kriegstüchtig werden und die Militärausgaben explodieren, während die Bundesregierung gleichzeitig einen Herbst des sozialen Kahlschlags verkündet. Diese Politik hat das Vertrauen der Menschen in die Politik seit Jahren schwinden lassen und zugleich den Nährboden für die Polarisierung in der Gesellschaft und den Rechtsextremismus bereitet.

Diese Entwicklungen erfordern linke Antworten, die eine wieder wachsende Partei Die Linke im Saalekreis geben wird. Wir wollen friedenstüchtig werden, Krisengewinner zur Kasse bitten sowie Menschen und Kommunen entlasten und Armut bekämpfen. Wir kämpfen für ein solidarisches Miteinander, den Schutz vor Gewalt, soziale Gerechtigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie schonenden Einsatz von Ressourcen. Unsere Haltung gründet sich auf Frieden, Antifaschismus, Antirassismus und Antidiskriminierung.

Was alle benötigen, muss auch allen gehören

Der Markt richtet es nicht. Das haben die verschiedenen Krisen bewiesen. Denn immer wieder muss der Staat eingreifen, um schlimmste Marktverwerfungen auszugleichen. Wohnen, Bildung, Gesundheit und Pflege, ÖPNV, Energie- und Wärmeversorgung, Wasserver- und Abwasserentsorgung, Abfallentsorgung, nachhaltige Infrastruktur usw. gehören in öffentliche Hand, müssen bezahlbar und für alle Menschen zugänglich sein. Deshalb widersetzen wir uns allen Privatisierungsbestrebungen und wollen, wo dies möglich ist, privatisierte Bereiche wieder in öffentliche Hand zurückführen. Dafür tragen wir insbesondere auf der Landkreisebene Verantwortung.

Investitionsoffensive – sozial gerecht, ökologisch, zukunftsfähig

Die Kommunen leiden seit Jahren unter einer chronischen Unterfinanzierung und einem enormen Investitionsstau. Das Sondervermögen des Bundes bietet die Chance, in wichtige Bereiche sinnvoll zu investieren, um die Herausforderungen von demografischer Entwicklung, Migration, Klimakrise sowie wirtschaftlicher Unsicherheit und Transformation zu bewältigen. Dabei sehen wir einen besonderen Schwerpunkt im gesamten Bereich der Bildung. Des Weiteren setzen wir ebenso auf Energieeffizienz, Klimaanpassung und Schutz von Umwelt, Klima und Gesundheit – bezahlbar, zugänglich, nachhaltig und inklusiv. Wir wollen Innovationen fördern und die Verantwortung von öffentlicher Hand und Verwaltung, die mit gutem Beispiel vorangehen müssen. Wo öffentliche Gelder zur Förderung eingesetzt werden, muss auch ein Nutzen für die Allgemeinheit stehen. 

Die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten in Industrie, Handwerk und Landwirtschaft sehen wir als Kern wirtschaftlicher Entwicklung unter sozial-ökologischen Aspekten sowie der Stärkung des ländlichen Raumes.

Linke Vertrauensoffensive - Demokratie lebt von der täglichen Beteiligung

Politik und Demokratie haben an Vertrauen eingebüßt, weil sie viele Antworten auf die Fragen des alltäglichen Lebens schuldig bleibt. Wir werden weiter zu den Menschen an die Haustüren, auf der Straße, in den Kleingärten, Gewerkschaften und Vereinen gehen, ihnen zuhören, Antworten auf ihre Anliegen geben und mit Bündnispartner:innen zusammenarbeiten. Wir wollen für alle Menschen im Saalekreis ansprechbar bleiben und sie unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht und anderen Zugehörigkeiten in demokratische Beteiligungsprozesse einbeziehen und sie motivieren, auch selbst aktiv zu werden. Dazu gehören aktive Beiräte für Senior:innen,
Behinderte, Migrant:innen, Jugendparlamente u.a. aber auch eine bürgernahe Verwaltung, die sich als Dienstleister für die Menschen im ländlichen Raum versteht. Wir erklären demokratische Prozesse, Verwaltungsverfahren und machen Entscheidungen transparent.

Neu errungene Stärke als Motivation

Die Linke. Saalekreis hat wie die Bundespartei viele neue Mitglieder und zugleich viele Perspektiven hinzugewonnen. Diesen Schatz wollen wir heben und für unsere politische Arbeit sowie die anstehenden Wahlkämpfe nutzen – mit klarer Haltung, Selbstvertrauen, Mut,
Streitbarkeit und auch Spaß.