Altersarmut in Sachsen-Anhalt – Folgen niedriger Löhne und unzureichender Altersvorsorge
Menschen in Sachsen-Anhalt sind überdurchschnittlich oft von Altersarmut betroffen, das zeigt eine aktuelle Anfrage der Linken im Bundestag. Dazu betont Eva von Angern, Fraktionsvorsitzende:
„Das Alterssicherungssystem erfüllt seinen Zweck, Menschen vor Altersarmut zu bewahren, immer weniger. Besonders erschreckend ist, dass selbst bei Renten mit langer Versicherungszeit keine Rente über der Armutsgrenze garantiert ist. In Sachsen-Anhalt erhielten von den fast 426.000 Rentner:innen mit langen Versicherungszeiten von über 40 Jahren etwa 183.000, also 43 Prozent, lediglich eine Rente unter 1.250 Euro (vor Steuern!!!). Sachsen-Anhalt bildet damit knapp hinter Thüringen einen traurigen Rekord als die Bundesländer, in denen die Renten nach 40 Versicherungsjahren am häufigsten unter der Armutsgrenze liegen.
Wir brauchen deshalb endlich eine einkommens- und vermögensgeprüfte, solidarische Mindestrente von aktuell 1.250 Euro netto für Alleinstehende zuzüglich Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung und Wohngeld in besonders teuren Städten und Kommunen. Das fordert Die Linke seit Jahren und vor allem die Rentner:innen in Sachsen-Anhalt würden massiv davon profitieren. Gerade in den ostdeutschen Bundesländern haben die meisten Menschen keine Betriebsrente und private Vorsorge und sind besonders stark auf ihre Gesetzliche Rente angewiesen. Dabei liegen die Löhne im Osten durchschnittlich immer noch 18 Prozent hinter denen im Westen, weshalb wir fordern, dass die Umrechnung der Ost-Löhne für die Rente noch länger als bis 2025 erfolgen muss.
Wir Linken fordern deshalb einen lang notwendigen Paradigmenwechsel hin zu einem armutsfesten Rentensystem. Dazu fordern wir, das Rentenniveau endlich wieder auf 53 Prozent anzuheben. Das brächte allen Rentner:innen eine einmalige und zusätzliche sowie dauerhafte Rentenerhöhung von zehn Prozent. Zusätzlich brauchen wir endlich eine Erwerbstätigenversicherung, in die alle mit ihrem Erwerbseinkommen einzahlen, auch Beamte, Selbstständige, Freiberufler:innen und allen voran natürlich Politiker:innen!“
