Skip to main content

Solidarität - Tarifkonflikt bei Euroglas in Haldensleben und Osterweddingen

Stephan Krull (LAG Betrieb & Gewerkschaft)

Vier Tarifverhandlungen und kein Ergebnis: Auch die vierte Tarifverhandlung für die Beschäftigten von Euroglas (200 Beschäftigte in Osterweddingen, 300 Beschäftigte in Haldensleben) hat Anfang Februar trotz intensiver Bemühungen der Tarifkommission keinen Erfolg gebracht. Die IGBCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie) fordert unter anderem, das Altersvorsorge, Schichtzulagen und Urlaub wie im Tarifvertrag für die Fläche längst vereinbart, auch für die 500 Beschäftigten von Euroglas gilt. Und die IGBCE fordert eine Entgelterhöhung von 12 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten!

Diese Forderungen sind berechtigt und haben unsere volle Unterstützung! Das Unternehmen macht hohe Gewinne, die aber nur den Eigentümern zugutekommen.

Das Unternehmen hatte seit 2016 die erfolgreichsten Jahre seit seinem Bestehen. Jährlich wurden hohe zweistellige Millionenbeträge an die Anteilseigner und Aktionäre ausgeschüttet. Die Beschäftigten arbeiten überwiegend für so geringe Löhne, die ihnen später immer noch nicht eine Rente außerhalb der Grundsicherung garantieren.

Nach langen Verhandlungen hat der Arbeitgeber ein Viertel der Forderung angeboten (6 Prozent für 24 Monate) und wollte die Beschäftigten mit einer Einmalzahlung von 1.500 Euro brutto abspeisen.

Dieses „Angebot“ wurde von den Mitgliedern der IG BCE völlig zu Recht und einstimmig abgelehnt.

Um jetzt Bewegung in die festgefahrene Tarifrunde zu bringen, ruft die IGBCE vor der nächsten Tarifverhandlung am 21. Februar in Haldensleben zu einer Protestkundgebung auf. Der Arbeitgeberseite wird deutlich gemacht, dass die Beschäftigten hinter der Forderung der Tarifkommission stehen. Solidarität!

Die Protestkundgebung ist am 12. Februar um 11:00 Uhr und um 14:00 Uhr auf dem Mitarbeiterparkplatz in Osterweddingen (Euroglasstr.101, 39171 Sülzetal). Als Teilnehmer werden auch Kollegen der Firma f I glass erwartet, deren Tarifrunde am 14.02.2019 beginnt.

Die LINKE unterstützt die Kolleginnen und Kollegen von Euroglas und ihre berechtigten Forderungen. Wir appellieren an die Firma, die Lohndiskriminierung der Beschäftigten jetzt zu beenden.

Die Landesregierung ist aufgefordert, das Geschäftsgebaren von Euroglas bezogen auf über 10 Millionen Euro Subventionen und den Umgang mit den für den Transport des Glases beschäftigten Kraftfahrern gründlich zu überprüfen.

Zurück zum Kopf der Seite